ca. 1 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 1,3 Stunden · Kostenpflichtig
Der 1568 von Kardinal Marco Sittico Altemps erworbene Renaissancepalast ist ein Standort des Museo Nazionale Romano. Er zeigt antike Skulpturen aus den großen Adelssammlungen – darunter den Ludovisischen Thron und den dramatischen Selbstmord des Galliers – in freskierten Sälen und stillen Innenhöfen.
Wussten Sie?: Er liegt weniger als fünf Gehminuten vom Haus entfernt und ist oft wenig besucht – ein verborgener Schatz neben der Piazza Navona, ideal auch an Regentagen.
✦ Die Legende: 1586 wurde Roberto Altemps, der junge Herzog und Besitzer dieses Palastes, auf Befehl von Papst Sixtus V. wegen Ehebruchs enthauptet; die Familie bat vergebens um Gnade. Seither heißt es, in diesen Sälen höre man in manchen Nächten den Schritt eines Mannes, der auf und ab geht und keine Ruhe findet.
ca. 3 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 1 Stunden · Kostenpflichtig
Der Kreuzgang von Santa Maria della Pace ist Donato Bramantes erstes Werk in Rom, erbaut 1500–1504 – kurz darauf entwarf derselbe Architekt den neuen Petersdom. Heute zeigt er Kunstausstellungen und hat im Obergeschoss ein Café, das über dem Kreuzgang schwebt.
Wussten Sie?: Vom Obergeschoss des Kreuzgangs blickt ein Fenster ins Kircheninnere auf Raffaels Sibyllen-Fresko – ein ungewöhnlicher Blick auf ein Meisterwerk.
✦ Die Legende: Hier hat die Überlieferung keine Legende hinterlassen, aber eine wahre Begebenheit, die ebenso viel wert ist. Vom Café im Obergeschoss blickt man direkt in die Kirche Santa Maria della Pace und sieht aus nächster Nähe die Sibyllen, die Raffael 1514 malte: ein Blickwinkel, den niemand geplant hatte und der zufällig bei der Restaurierung des Kreuzgangs entstand.
ca. 4 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 30 Min. · Eintritt frei
Wenige Schritte vom Haus folgt diese gerade, ruhige Straße einer antiken Römerstraße. Ihren Namen verdankt sie den „Coronari“, den Rosenkranzhändlern, die die Pilger auf dem Weg nach Sankt Peter versorgten. Heute ist sie Roms Antiquitätenstraße, gesäumt von Renaissancepalästen und kleinen Plätzen.
Wussten Sie?: Blicken Sie an den Hausecken nach oben: Die kleinen Heiligenschreine waren früher auch die einzige nächtliche Straßenbeleuchtung.
✦ Die Legende: Im Palazzo de Cupis erzählt man die Geschichte von Costanza, die — so sagten alle — die schönsten Hände Roms hatte, so sehr, dass ein Bildhauer einen Abdruck nahm. Eines Tages verletzte sie sich an einem Finger, die Wunde entzündete sich, und sie starb daran. Seither, so die Legende, erscheint in manchen Nächten eine sehr weiße Hand am zugemauerten Fenster zur Straße.
ca. 4 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 30 Min. · Eintritt frei
Die französische Nationalkirche in Rom, 1589 geweiht. In der letzten Kapelle links, der Contarelli-Kapelle, hängen drei Gemälde Caravaggios über den heiligen Matthäus — Berufung, Inspiration und Martyrium —, entstanden zwischen 1599 und 1602. Es waren seine ersten öffentlichen Werke, die ihn in einer einzigen Saison berühmt machten.
Wussten Sie?: Der Eintritt ist frei, und es sind acht Gehminuten von der Wohnung: drei Caravaggios ohne Ticket und ohne Schlange. In der Kapelle gibt es einen Münzautomaten für das Licht — eine Münze in der Tasche lohnt sich, denn im Dunkeln sind die Bilder nicht zu lesen.
✦ Die Legende: Von der ersten Inspiration des heiligen Matthäus heißt es, sie sei abgelehnt worden, weil der Evangelist wie ein Bauer mit schmutzigen Füßen aussah und der Engel ihm die Hand führte wie einem Analphabeten. Caravaggio malte eine gesittetere Fassung, und die sieht man heute. Die erste gelangte nach Berlin und wurde 1945 zerstört: Von ihr bleiben nur Schwarzweißfotografien.
ca. 5 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 30 Min. · Eintritt frei
Der Platz bewahrt die Form des Stadions des Domitian (1. Jh. n. Chr.), dessen Ränge unter den umliegenden Häusern liegen. In der Mitte stellt Gian Lorenzo Berninis Vierströmebrunnen (1651) Nil, Ganges, Donau und Río de la Plata dar; gegenüber steht Sant'Agnese in Agone mit der Fassade von Francesco Borromini.
Wussten Sie?: Der Nil hat den Kopf verhüllt, weil seine Quellen damals unbekannt waren. Die Geschichte von den Statuen, die Borrominis Kirche verspotten, ist nur eine Legende: Die Fassade entstand erst nach dem Brunnen.
✦ Die Legende: Man erzählt, im Vierströmebrunnen hebe der Río de la Plata den Arm, um sich vor der Fassade von Sant'Agnese zu schützen, aus Angst, sie stürze auf ihn herab, und der Nil verhülle sein Gesicht, um sie nicht ansehen zu müssen: Berninis Rache an seinem Rivalen Borromini. Eine wunderbare und falsche Geschichte — der Brunnen war fertig, bevor die Fassade existierte — doch die Römer erzählen sie seit vier Jahrhunderten.
ca. 7 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 10 Min. · Eintritt frei
Gleich hinter der Piazza Navona steht ein verwitterter Marmortorso, Fragment einer antiken Skulptur, 1501 hier aufgestellt. Seitdem heften die Römer nachts anonyme, bissige Verse gegen die Mächtigen daran – die „Pasquinaden“. Er ist die berühmteste der sprechenden Statuen Roms.
Wussten Sie?: Es gab sechs sprechende Statuen, die miteinander „redeten“: Pasquino antwortete oft Marforio, der heute in den Kapitolinischen Museen steht. Das Wort „Pasquill“ ging sogar ins Deutsche ein.
✦ Die Legende: Die verstümmelte Statue an der Ecke des Platzes ist die älteste der „sprechenden Statuen“ Roms. Der Name soll von Pasquino stammen, einem Handwerker des Viertels — Schneider oder Barbier, je nach Fassung —, bekannt für seine scharfe Zunge gegen die Mächtigen. Seit dem 16. Jahrhundert heften die Römer nachts ihre anonymen Zettel an den Sockel: die Pasquinate. Wer heute vorbeikommt, findet noch immer welche.
ca. 8 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 40 Min. · Kostenpflichtig
Unter Kaiser Hadrian im 2. Jh. n. Chr. neu errichtet (die Inschrift an der Fassade erinnert an Marcus Agrippa, den Erbauer des ersten Tempels), besitzt er eine Kuppel von etwa 43 Metern Durchmesser – bis heute die größte aus unbewehrtem Beton. Seit 609 ist er eine Kirche, Santa Maria ad Martyres; hier ruhen Raffael sowie die Könige Viktor Emanuel II. und Umberto I.
Wussten Sie?: Das Opaion oben in der Kuppel ist offen: Bei Regen fällt Wasser hinein und fließt durch kleine Löcher im Boden ab. Zu Pfingsten werden traditionell Rosenblätter durch die Öffnung herabgeworfen.
✦ Die Legende: Eine mittelalterliche Legende will, dass das Opaion nicht von Architekten stamme, sondern vom Teufel: Zur Flucht gezwungen, als der heidnische Bau zur Kirche geweiht wurde, habe er die Kuppel von innen durchbrochen. Eine andere Überlieferung erzählt, die Römer hätten den Bau mit Erde und darin verstreuten Münzen gefüllt, um das Gewölbe zu mauern, und die Menge habe sie danach Korb für Korb weggetragen, auf der Suche nach dem Gold.
ca. 10 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 1,5 Stunden · Kostenpflichtig
Als Mausoleum Kaiser Hadrians errichtet (139 n. Chr. vollendet), wurde sie Festung, Gefängnis und Zuflucht der Päpste, mit dem Vatikan durch den Passetto di Borgo verbunden: 1527, während der Plünderung Roms, rettete sich Papst Clemens VII. hierher. Heute ist sie ein Nationalmuseum mit herrlicher Terrasse über dem Tiber und Sankt Peter.
Wussten Sie?: Der Name geht auf eine Legende zurück: 590, während einer Pest, soll Papst Gregor der Große den Erzengel Michael gesehen haben, wie er über dem Mausoleum sein Schwert einsteckte. Der Bronzeengel auf der Spitze stammt von Peter Anton von Verschaffelt (1753); die Engel der Brücke wurden nach Entwürfen Berninis geschaffen. Hier spielt der letzte Akt von Puccinis „Tosca“.
✦ Die Legende: Der Name geht auf eine Vision zurück. Im Jahr 590, während einer Pest, führte Papst Gregor der Große eine Prozession am Tiber entlang, als er – so die Erzählung – auf dem Mausoleum den Erzengel Michael sah, der sein Schwert in die Scheide steckte: ein Zeichen, dass die Plage vorbei war. Die Pest hörte auf, und seither heißt Hadrians Grabmal Engelsburg. Der bronzene Engel auf der Spitze steht dafür.
ca. 11 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 30 Min. · Eintritt frei
Einst eine Blumenwiese, später Ort von Märkten und öffentlichen Hinrichtungen. Die Statue von Giordano Bruno (1889) in der Mitte erinnert an den Philosophen, der hier 1600 verbrannt wurde. Morgens gibt es einen Markt mit Obst, Blumen und Gewürzen, abends beleben Bars und Lokale den Platz.
Wussten Sie?: Die Statue Giordano Brunos blickt bewusst Richtung Vatikan: Sie wurde nach der Einigung Italiens als Symbol der Gedankenfreiheit errichtet.
✦ Die Legende: Eine Überlieferung führt den Namen auf Flora zurück, die Geliebte des Pompeius, dessen Theater ganz in der Nähe stand: Die Wiese, die sich hier erstreckte, sei „Floras Feld“ gewesen. Historiker bevorzugen die schlichtere Erklärung — es war tatsächlich ein blühendes, noch unbebautes Feld — doch im Gedächtnis der Führer und der Leute blieb der romantische Name.
ca. 13 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 20 Min. · Frei, teilweise kostenpflichtig
Auf dem Platz liegen vier Tempel aus republikanischer Zeit, die zwischen 1926 und 1929 freigelegt wurden. Daneben stand die Kurie des Pompeius, in der Julius Caesar an den Iden des März 44 v. Chr. ermordet wurde. Man sieht die Anlage von der Straße aus; Besuche im Inneren organisiert die Sovrintendenza Roms.
Wussten Sie?: Zwischen den Ruinen lebt eine von Freiwilligen betreute Katzenkolonie – eines der bekanntesten Katzenrefugien Roms.
✦ Die Legende: Der mittelalterliche Turm am Rand heißt Torre del Papito, „Turm des kleinen Papstes“: Die Überlieferung verbindet ihn mit Anaklet II., 1130 gegen einen anderen Papst gewählt und nie anerkannt, den das Volk spöttisch so nannte. In der Ausgrabungsstätte leben seit Jahrzehnten die Katzen Roms, und seit einem Jahrhundert steigt täglich jemand hinab, um sie zu füttern.
ca. 15 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 20 Min. · Frei, teilweise kostenpflichtig
Von Nicola Salvi entworfen und 1762 vollendet, ist er der Prunkbrunnen am Ende der Aqua Virgo, die Agrippa 19 v. Chr. erbaute und die noch heute Wasser führt. Die Mittelfigur ist Oceanus auf einem von Seepferden gezogenen Wagen. Fellini machte ihn 1960 mit „La dolce vita“ weltberühmt.
Wussten Sie?: Die in den Brunnen geworfenen Münzen werden regelmäßig eingesammelt und gespendet. Auf dem Rand zu sitzen oder ins Wasser zu steigen ist verboten; aktuelle Zugangsregeln finden Sie auf der offiziellen Tourismus-Website Roms.
✦ Die Legende: Das Wasser, das hier entspringt, heißt Acqua Vergine wegen einer sehr alten Legende: 19 v. Chr. sollen durstige römische Soldaten von einem jungen Mädchen zur Quelle geführt worden sein, das danach verschwand. Bekannter ist der moderne Brauch: eine Münze, mit der rechten Hand über die linke Schulter geworfen, mit dem Rücken zum Brunnen — sie verspricht die Rückkehr nach Rom.
ca. 16 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 30 Min. · Eintritt frei
Die Spanische Treppe (1723–1725) führt vom Platz zur französischen Kirche Trinità dei Monti hinauf. An ihrem Fuß liegt der Barcaccia-Brunnen von Pietro Bernini, unterstützt von seinem Sohn Gian Lorenzo. Im Haus rechts der Treppe starb 1821 der Dichter John Keats; heute ist es ein Museum.
Wussten Sie?: Auf der Treppe darf man weder sitzen noch essen: Die Stadtordnung Roms verbietet es zum Schutz des Denkmals.
✦ Die Legende: Der bootsförmige Brunnen am Fuß der Treppe, die Barcaccia, verdankt seine Form — so heißt es — dem großen Tiberhochwasser von 1598: Als das Wasser zurückwich, sei genau hier ein Boot gestrandet zurückgeblieben, und Pietro Bernini machte einen Brunnen daraus. Die technische Erklärung ist weniger poetisch: Das Wasser kam mit geringem Druck an, und ein abgesenktes Becken war die einzige Möglichkeit, es springen zu lassen.
ca. 19 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 30 Min. · Eintritt frei
Jahrhundertelang war dies das Eingangstor Roms für alle, die von Norden kamen: Hier endete die Reise der Pilger und der Grand-Tour-Reisenden. In der Mitte steht der Flaminische Obelisk, 10 v. Chr. von Augustus aus Heliopolis gebracht und 1589 hierher versetzt. Die heutige ovale Form stammt von Giuseppe Valadier, aus dem frühen 19. Jahrhundert; auf der einen Seite die Zwillingskirchen, auf der anderen der Aufstieg zum Pincio.
Wussten Sie?: Die beiden Kirchen zu Seiten der Via del Corso wirken identisch, sind es aber nicht: Die Grundstücke waren unterschiedlich breit, und damit sie gleich erscheinen, hat die eine eine ovale, die andere eine runde Kuppel. Von der Pincio-Terrasse gleich darüber hat man bei Sonnenuntergang einen der schönsten Blicke über die Stadt.
✦ Die Legende: Bis 1826 war der Platz ein Ort öffentlicher Hinrichtungen, und die Römer kamen wie zu einem Schauspiel: Charles Dickens hat einen erschütternden Bericht hinterlassen. Die Volksüberlieferung verbindet den Namen „popolo“ mit diesen Hinrichtungen, doch die Etymologie ist eine andere und sanftere: vom lateinischen *populus*, der Pappel, den Bäumen, die hier wuchsen.
ca. 19 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 1 Stunden · Frei, teilweise kostenpflichtig
Die jüdische Gemeinde Roms gehört zu den ältesten Europas und ist seit dem 2. Jh. v. Chr. in der Stadt ansässig. Das Ghetto wurde 1555 von Papst Paul IV. eingerichtet, seine Mauern nach 1870 niedergerissen. Heute ist es zwischen der augusteischen Porticus Octaviae und der Großen Synagoge (1904) ein lebendiges, geschichtsreiches Viertel.
Wussten Sie?: Hier probiert man Carciofi alla giudia – ganze, frittierte Artischocken, die sich wie goldene Blüten öffnen, ein Symbol der römisch-jüdischen Küche.
✦ Die Legende: Vom Schildkrötenbrunnen, kurz hinter dem Portikus der Octavia, erzählt man, Herzog Mattei habe ihn in einer einzigen Nacht errichten lassen, um seinem künftigen Schwiegervater — der ihm die Tochter verweigerte, nachdem er alles verspielt hatte — zu zeigen, wozu er noch fähig war. Am Morgen zeigte er den Brunnen vom Fenster aus, bekam die Braut und ließ jenes Fenster für immer zumauern.
ca. 20 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 40 Min. · Eintritt frei
Eine Kirche, zwei Meisterwerke. In der Cerasi-Kapelle hängen einander gegenüber die Bekehrung des Paulus und die Kreuzigung Petri, 1601 von Caravaggio gemalt. In der Chigi-Kapelle, von Raffael für den Bankier Agostino Chigi entworfen, die Mosaikkuppel und die später von Bernini vollendeten Statuen.
Wussten Sie?: In der Bekehrung des Paulus liegt der Protagonist am Boden und nimmt wenig Raum ein: Fast die Hälfte des Bildes füllt das Pferd, von unten gesehen. Eine so wenig ehrfürchtige Wahl, dass der Auftraggeber die erste Fassung ablehnte.
✦ Die Legende: Die Kirche wurde 1099 gegründet, um den Ort von Dämonen zu befreien. Hier, so die Legende, lag Nero begraben, und aus dem Nussbaum über seinem Grab flogen jede Nacht Schwärme schwarzer Raben, die Reisende quälten. Papst Paschalis II. ließ den Baum fällen, die Asche in den Tiber streuen und eine Kapelle errichten: Die Raben verschwanden.
ca. 22 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 1 Stunden · Frei, teilweise kostenpflichtig
Der kleinste Hügel Roms war jahrhundertelang der wichtigste: Hier stand der Tempel des Juppiter Capitolinus. Der Platz, den man heute sieht, stammt von Michelangelo, der ihn ab 1536 vollständig neu entwarf — die sanft ansteigende Treppe, die trapezförmig gestellten Paläste, das ovale Muster des Pflasters. Zu beiden Seiten die Kapitolinischen Museen: die älteste öffentliche Sammlung der Welt.
Wussten Sie?: Die Reiterstatue Mark Aurels in der Mitte ist eine Kopie: Das Original steht geschützt in den Kapitolinischen Museen. Es entging dem Einschmelzen, weil man im Mittelalter glaubte, es stelle Konstantin dar, den ersten christlichen Kaiser. Von der Terrasse hinter dem Palazzo Senatorio blickt man kostenlos auf das Forum hinab.
✦ Die Legende: 390 v. Chr. drangen die Gallier in Rom ein und stiegen nachts zum Kapitol hinauf, der letzten verbliebenen Festung. Die Wachen schliefen und die Hunde bellten nicht, doch die Juno geweihten Gänse im Tempel hörten die Schritte und erhoben ein solches Geschrei, dass sie Marcus Manlius weckten. Die Burg war gerettet, und seither genossen die Gänse in Rom Ehren, die den Hunden nie zuteilwurden.
ca. 22 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 1,5 Stunden · Frei, teilweise kostenpflichtig
Die heutige Basilika wurde zwischen 1506 und 1626 über dem Grab des Apostels Petrus errichtet; die Kuppel folgt dem Entwurf Michelangelos. Im Inneren befinden sich Michelangelos Pietà und Berninis Baldachin; den Platz umarmen Berninis Kolonnaden (1656–1667).
Wussten Sie?: Der Eintritt in die Basilika ist frei, es gibt jedoch Sicherheitskontrollen, und Schultern und Knie müssen bedeckt sein. Der Aufstieg zur Kuppel ist kostenpflichtig.
✦ Die Legende: Vor der Basilika, an der Ecke zur Sakristei, weht fast immer ein plötzlicher Wind. Die römische Legende erklärt es so: Der Teufel und der Wind gingen zusammen spazieren; der Teufel trat in St. Peter ein mit den Worten „warte hier, es dauert nur einen Augenblick“ — und kam nie wieder heraus. Der Wind wartet geduldig bis heute.
ca. 22 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 30 Min. · Eintritt frei
Die einzige Tiberinsel innerhalb der Stadt, wenig mehr als dreihundert Meter lang. 291 v. Chr. wurde hier ein Tempel für Aesculapius errichtet, den Gott der Heilkunst: Seither hat die Insel nie aufgehört zu heilen und beherbergt bis heute ein Krankenhaus. Mit dem Ufer verbindet sie der Ponte Fabricio von 62 v. Chr., die älteste noch genutzte Brücke Roms mit originaler Struktur.
Wussten Sie?: Auf der flussabwärts gelegenen Seite sieht man noch, in Travertin gehauen, einen Schiffsbug mit dem Stab des Aesculapius: Die Römer verkleideten die Insel so, dass sie dem Schiff glich, das den Gott gebracht hatte. Im Sommer beherbergen die Ufer darunter ein Freiluftkino.
✦ Die Legende: Zwei Legenden, eine über den Ursprung und eine über das Krankenhaus. Die erste sagt, die Insel sei aus den Getreidegarben des Königs Tarquinius Superbus entstanden, die das Volk nach seiner Vertreibung in den Tiber warf und die sich dort auftürmten, bis Land entstand. Die zweite erzählt, 291 v. Chr. seien die Römer nach Epidauros gefahren, um gegen die Pest Aesculapius zu holen: Eine heilige Schlange ging von selbst an Bord und glitt auf der Rückfahrt ins Wasser, um genau diese Insel zu erreichen. Dort errichteten sie den Tempel.
ca. 24 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 2 Stunden · Eintritt frei
Der Name kommt vom lateinischen „trans Tiberim“, jenseits des Tibers. Kopfsteingassen, efeubewachsene Fassaden und Trattorien machen das Viertel zu einem der beliebtesten Roms. In seinem Herzen liegt Santa Maria in Trastevere, eine der ältesten Kirchen der Stadt, mit goldenen Mosaiken aus dem 12. Jahrhundert an der Fassade.
Wussten Sie?: Die Bewohner Trasteveres nennen sich „noantri“ („wir anderen“), um sich vom Rest Roms abzugrenzen; im Juli feiert das Viertel sein traditionelles Fest, die Festa de' Noantri.
✦ Die Legende: Die Basilika Santa Maria in Trastevere steht der Überlieferung nach dort, wo 38 v. Chr. eine Ölquelle aus dem Boden trat und einen ganzen Tag lang bis zum Tiber floss. Die Christen lasen darin die Ankündigung der Geburt Christi; die Stelle ist noch heute im Boden der Apsis mit den Worten „fons olei“ bezeichnet.
ca. 26 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 45 Min. · Eintritt frei
Von der Terrasse des Gianicolo überblickt man ganz Rom, von den Kuppeln bis zu den Hügeln. Hier verteidigten 1849 Garibaldis Freiwillige die Römische Republik: Dutzende Büsten entlang der Alleen erinnern an sie, in der Mitte des Platzes steht das Reiterdenkmal Giuseppe Garibaldis.
Wussten Sie?: Jeden Tag um zwölf Uhr feuert unterhalb der Terrasse eine Kanone einen Salutschuss ab: Die Tradition reicht bis 1847 zurück, als sie den Glockentürmen der Stadt die genaue Zeit gab.
✦ Die Legende: Der Name stammt von Janus, dem zweigesichtigen Gott, der dem Mythos nach genau auf diesem Hügel seine Stadt gründete. Konkreter und ebenso pünktlich ist die Kanone: Seit 1847 feuert sie täglich mittags einen Platzschuss ab, um den Glocken der römischen Kirchen die genaue Stunde zu geben — vorher läutete jede für sich.
ca. 28 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 2,5 Stunden · Kostenpflichtig
Über tausend Jahre lang war dies das politische, religiöse und wirtschaftliche Zentrum der römischen Welt: Hier sprachen die Redner, wurden Triumphe gefeiert, wurde Recht gesprochen. Man geht zwischen der Kurie, den Bögen des Septimius Severus und des Titus und dem Haus der Vestalinnen. Darüber der Palatin: der Hügel, auf dem Rom entstand und auf dem später die Kaiser wohnten.
Wussten Sie?: Ein Ticket gilt für Kolosseum, Forum und Palatin: Planen Sie einen halben Tag ein und beginnen Sie mit dem Palatin, der fast immer ruhiger ist. Nehmen Sie Wasser und einen Hut mit: Auf dem Forum gibt es kaum Schatten.
✦ Die Legende: Mitten im Forum liegt der Lacus Curtius, und die Legende erklärt, warum. Ein Schlund tat sich im Boden auf, und die Seher sagten, er werde sich nur schließen, wenn er das Kostbarste erhalte, was Rom besitze. Der junge Marcus Curtius begriff, dass dies der Mut seiner Bürger war: bewaffnet und zu Pferd stürzte er sich in den Abgrund, und die Erde schloss sich über ihm.
ca. 29 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 20 Min. · Frei, teilweise kostenpflichtig
In der Vorhalle von Santa Maria in Cosmedin befindet sich eine große Marmorscheibe mit bärtigem Gesicht – vermutlich ursprünglich ein römischer Kanaldeckel oder Brunnen. Daneben stehen zwei der besterhaltenen antiken Tempel Roms auf dem Forum Boarium.
Wussten Sie?: Der Legende nach beißt der Mund jedem Lügner die Hand ab. Die berühmteste Szene stammt aus „Ein Herz und eine Krone“ (1953), als Gregory Peck vor Audrey Hepburn so tut, als hätte er seine Hand verloren.
✦ Die Legende: Die Marmormaske beißt der mittelalterlichen Legende nach jedem in die Hand, der falsch schwört. Eine seit Jahrhunderten erzählte Geschichte fügt die Fortsetzung hinzu: Eine des Ehebruchs beschuldigte Frau sorgte vor der Probe dafür, dass ein Unbekannter sie öffentlich umarmte, und konnte so schwören, sie sei nie in den Armen eines anderen gewesen als denen ihres Mannes und jenes Mannes. Ihre Hand blieb unversehrt.
ca. 30 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 3 Stunden · Kostenpflichtig
Eine der größten Kunstsammlungen der Welt, begründet Anfang des 16. Jahrhunderts unter Papst Julius II. Höhepunkt ist die Sixtinische Kapelle mit dem von Michelangelo 1508–1512 ausgemalten Gewölbe und dem Jüngsten Gericht (1536–1541); unterwegs liegen die Stanzen des Raffael.
Wussten Sie?: Am besten bucht man auf der offiziellen Website, um lange Warteschlangen zu vermeiden. In der Sixtinischen Kapelle ist Fotografieren verboten.
✦ Die Legende: Im Jüngsten Gericht malte Michelangelo Minos, den Richter der Unterwelt, mit dem Gesicht des Biagio da Cesena, des Zeremonienmeisters, der so viel Nacktheit gerügt hatte. Man erzählt, Biagio sei zum Papst geeilt, um sich zu beschweren, und Paul III. habe geantwortet, seine Zuständigkeit reiche nicht bis zur Hölle: dort könne er nichts ausrichten. Das Gesicht ist bis heute an seinem Platz.
ca. 34 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 3 Stunden · Kostenpflichtig
Das Flavische Amphitheater wurde um 70 n. Chr. unter Vespasian begonnen und 80 von Titus mit hundert Tagen Spielen eingeweiht; es bot Zehntausenden Zuschauern Platz, die ein riesiges Sonnensegel, das Velarium, beschattete. Daneben liegen das Forum Romanum, Herz des öffentlichen Lebens im antiken Rom, und der Palatin, der Hügel der Kaiserpaläste.
Wussten Sie?: Der Name „Kolosseum“ stammt wahrscheinlich nicht von der Größe des Baus, sondern von der Kolossalstatue Neros, die daneben stand. Tickets gibt es auf der offiziellen Website des Archäologischen Parks.
✦ Die Legende: „Solange das Kolosseum steht, steht Rom; fällt das Kolosseum, fällt Rom; fällt Rom, fällt die Welt“: Die Prophezeiung wird Beda Venerabilis zugeschrieben, einem englischen Mönch des 8. Jahrhunderts. Im Mittelalter galt das Bauwerk als verwunschener Ort, und manche kamen nachts hierher, um zwischen den leeren Bögen Dämonen zu beschwören.
ca. 37 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 2 Stunden · Kostenpflichtig
In der Villa von Kardinal Scipione Borghese, mitten im großen Park, sind absolute Meisterwerke versammelt: Berninis Apollo und Daphne und Raub der Proserpina, Canovas Paolina Borghese und zahlreiche Gemälde Caravaggios.
Wussten Sie?: Bei Apollo und Daphne zeigt Bernini, wie Marmor zu Blättern und Rinde wird – achten Sie auf die Finger der Nymphe, die zu Zweigen werden. Besuche finden in Zeitfenstern mit Reservierung statt: am besten frühzeitig auf der offiziellen Website buchen.
✦ Die Legende: Kardinal Scipione Borghese wollte Raffaels Grablegung, die in einer Kirche in Perugia hing. Da er sie nicht kaufen konnte, ließ er sie 1608 bei Nacht abnehmen und nach Rom bringen; die Stadt protestierte, und Papst Paul V. — sein Onkel — beendete die Sache, indem er den Perusinern eine Kopie schenkte. Das Bild ist noch hier, und wie es hierherkam, wird bis heute genau so erzählt.
ca. 37 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 45 Min. · Eintritt frei
Auf dem Aventin wurde die Piazza dei Cavalieri di Malta 1765 von Giovanni Battista Piranesi gestaltet. Das Tor des Priorats der Malteserritter verbirgt einen der überraschendsten Ausblicke Roms; ganz in der Nähe bietet der Orangengarten einen Sonnenuntergang über Tiber und Sankt Peter.
Wussten Sie?: Wer durch das Schlüsselloch des Tores blickt, sieht die Kuppel des Petersdoms perfekt von einer Heckenallee gerahmt – mit einem Blick drei Staaten: der Souveräne Malteserorden, Italien und der Vatikan.
✦ Die Legende: Auf dem Aventin erwartete Remus der Gründungserzählung nach seine Vorzeichen und sah sechs Geier, während Romulus vom Palatin zwölf sah: Das entschied, welcher Hügel Rom werden sollte. Das Schlüsselloch im Tor der Malteserritter dagegen ist eine Erfindung des 18. Jahrhunderts von Giovanni Battista Piranesi, der die Gartenhecke so ausrichtete, dass sie die Kuppel von St. Peter genau einrahmt.
ca. 42 Min. zu Fuß · Empfohlene Besuchsdauer: ca. 1 Stunden · Frei, teilweise kostenpflichtig
Drei Kirchen übereinander — und man steigt wirklich hinab. Oben die Basilika des 12. Jahrhunderts mit dem Apsismosaik des Kreuzbaums. Darunter die frühchristliche Basilika des 4. Jahrhunderts mit mittelalterlichen Fresken. Noch tiefer, rund fünfzehn Meter unter der Straße, ein römischer Bau des 1. Jahrhunderts und ein Mithräum, der Altar des Gottes Mithras noch an seinem Platz und ein Wasserlauf, der im Dunkeln fließt.
Wussten Sie?: An einer Wand der unteren Kirche steht eine Inschrift des 11. Jahrhunderts, die als eines der frühesten schriftlichen Zeugnisse des Italienischen statt des Lateinischen gilt. Es ist eine Reihe von Beschimpfungen, ausgestoßen von Männern, die einen Heiligen wegschleppen: Die Sprache, die wir sprechen, beginnt schriftlich mit einem Schimpfwort.
✦ Die Legende: Clemens, der vierte Papst, wurde zur Zwangsarbeit auf der Krim verurteilt und dann mit einem Anker um den Hals ins Meer geworfen. Die Legende erzählt, das Meer habe sich jedes Jahr für eine Woche zurückgezogen und eine von Engeln erbaute Marmorkapelle mit seinem Leichnam freigelegt. Deshalb steht in den Mosaiken und Malereien der Basilika neben dem heiligen Clemens ein Anker.